FAQ

Was sind Arteriolen, Arterien, Kapillaren?

Arteriolen sind kleine Arterien, die im Gefäßsystem den Übergang der Arterien zu den Kapillaren darstellen.

Als Arterien bezeichnet man per Definition alle Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen.

Unter Kapillaren versteht man Röhrchen oder langgestreckte Hohlräume mit sehr kleinem Innendurchmesser, die feinsten Verästelungen der Blutgefäße.

Was bedeutet das Raynaud-Syndrom?

Man unterscheidet zwischen dem Raynaud-Syndrom und der Raynaud-Krankheit. Dem Raynaud-Syndrom liegt eine Ursache zugrunde. Hierzu zählen u.a. Krankheite wie Sklerodermie, rheumatische Erkrankungen, rheumatoide Arthritis, Unterfunktion der Schilddrüse oder Reaktionen auf Arzneimittel, die die Blutgefäße zusammenziehen (z.B: Migränemittel, Betablocker u.a.). 

Die kleinen Arterien in den Extermitäten (Finger und Fußzehen) ziehen sich sehr rasch zusammen, meist durch Kälte ausgelöst. Der Zustand kann Minuten bis Stunden andauern. Finger und Zehen verfärben sich bleich oder bläulich und erscheinen marmoriert. Schmerzen treten selten auf, es kommt jedoch zu Taubheitsgefühlen, kribbeln oder brennene Empfindungen. Nach einem Schub können die betroffenen Stellen rot oder blau erscheinen. Durch Aufwärmen normalisiert sich in der Regel die Hautfarbe wieder. Bei der Sklerodermie und sehr häufig auftretenden Schüben kann sich die Haut auf Dauer verändern, sie kann glänzend, angespannt und glatt wirken. Es können sich - vor allem an den Fingern - kleine, schmerzhafte Wunden bildern. 

Die Diagnose wird u.a. durch Blutuntersuchungen gestellt. Zudem wird eine Farb-Doppler-Sonographie unter Kälteeinwirkung gemacht. Im Vordergrund steht die Behandlung, die ursächlich für das Raynaud-Syndrom ist. 

Klassische Phasen des Raynaud-Syndroms (und Raynaud-Krankheit - Morbus Raynaud)

1. arterieller Gefäßspasmus: Finger werden weiß und steif
2. venöse Hyperämie: Finger werden dunkelblaurot
3. arterielle Hyperämie: Finger werden hellrot 

Was bedeutet die Raynaud-Krankheit bzw. Morbus Raynaud?

Bei der Raynaud-Krankheit (Morbus Raynaud) ist die Ursache unbekannt. Die Raynaud-Krankheit ist verbreiteter als das Raynaud-Syndrom und betrifft überwiegend Frauen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren. Alles, was das sympathische Nervensystem beeinflusst, insbesondere Kälte und starke Emotionen, kann die Arterien anregen, sich zusammenzuziehen. 

Die Symptome sind identisch mit denen des Raynaud-Syndroms. Bei der Raynaud-Krankheit sollten die Betroffenen Kopf, Rumpf, Arme und Beine gut gegen Kälte shcützen. Sollten als Auslöser Stress oder starke Emotionen für die Schübe verantwortlich sein, können leichte Beruhigungsmittel, Biofeedback-Verfahren und Entspannungstraining wie z.B. QiGong helfen. Das Rauchen sollte eingestellt werden, da Nikotin das Zusammenziehen der Arterien verstärkt. 

Als Medikamente werden häufig Kalziumantagonisten, wie Nifedipin, Amlodipin, Diltiazem und Verapamil verabreicht. Blutdruckmittel wie Terazosin oder Reserpin können wirken, oft auch in Kombination. 

Bei starken Beschwerden kann eine Sympathektomie erfolgen. 

Was ist eine Sympathektomie?

Bei der Sympathektomie werden Nerven des sympathschen Nervensystems zeitweilig stillgelegt oder durchtrennt, um die Symptome zu lindern. Meist nur bei der Raynaud-Krankheit oder dem Raynaud-Syndrom. Die Problematik ist allerdings, dass die Linderung der Schmerzen oft nur ein oder zwei Jahre anhält. Zudem der Eingriff auch Komplikationen mit sich bringen kann. Es werden bei der Operation einzelne Nerven des Sympathikus vollständig oder teilweise durchtrennt. 

Die  (lumbale) Sympathektomie ist ein relativ komplexes Verfahren und wird nur in wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt. Es sollte erst nach Ausschöpfen aller anderen Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. 

Was ist das Gefäßsystem?

Das Gefäßsystem ist die Gesamtheit der den Organismus durchziehenden Blut- und Lymphgefäße, wobei die Bezeichnung im Alltag meist nur für die Blutgefäße benutzt wird. 

Was bedeutet Mikrozirkulation?

Die Mikrozirkulation ist der Teil des Blutkreislaufs, der sich in den kleinsten Blutgefäßen (Blutkapillaren, Arteriolen, Venolen) vollzieht.

Was bedeutet intermitierend?

Der Begriff Intermittierend bezieht sich auf Krankheitsverläufe und bedeutet "wiederkehrend" oder "mit Unterbrechungen erfolgend bzw. auftretend".

Was ist der Unterschied zwischen "primärer" und "sekundärer Erkrankung"?

Primäre Erkrankungen sind Erkrankungen, die zuerst auftreten bzw. spontan entstehen, d.h. nicht als Folge einer anderen Grundkrankheit.

Sekundäre Erkrankungen sind Erkrankungen als Folge einer anderen Erkrankung oder Schädigung.

Was bedeutet perivaskulär?

Perivaskulär bedeutet "um ein Gefäß herum" bzw. "in der Nähe eines Gefäßes".

Was bedeutet Hämatologie?

Hämatologie ist die Lehre von der Physiologie, Pathophysiologie und den Krankheiten des Blutes sowie der blutbildenden Organe.

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